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Mi, 25.10.2006 – Jürgen Kugele
Werde, der Du bist! Der Ruf der Wüste im beruflichen Alltag
Profil: Psychoanalytiker, Organisationsberater, Coach Schon während seines Studiums der Sozialwissenschaften an der Universität Heidelberg (M.A.) hat sich Jürgen Kugele mit Fragen der Verbindung von Wirtschaft und Psychologie beschäftigt.Nach der Ausbildung zum Psychoanalytiker am C.G.Jung-Institut in Zürich und einer Systemischen Weiterbildung (IGST Heidelberg) hat er durch eine Ausbildung in ProzessModeration (POP Berlin) die theoretischen und praktischen Grundlagen für die Arbeit mit Organisationen vertieft. Seit 1994 ist er neben seiner psychotherapeutischen Praxis als Trainer, Berater und Coach in internationalen Konzernen, Banken, mittelständischen Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen tätig.
Abstract:Von C.G. Jung stammt der Satz: „ Das Neue, die Wandlung, kommt immer vom nicht beachteten, ja verachteten Ort.“ In der Regel meiden wir diesen Ort, wenn nicht der Ruf der Seele uns - meist massiv - zwingt, über Symptome oder Schicksalsschläge, uns mit unserer Verzweiflung, Sinnkrise, Depression und innerer Leere zu konfrontieren, die ein Leben in einer sich schnell verändernden und immer unsicherer und unübersichtlich werdenden Welt oft mit sich bringen. Die Wüste war von alters her ein Ort des Rückzugs und der Sinnsuche, aber auch der Konfrontation mit sich selbst und mit den inneren und äußeren Dämonen. Heutzutage haben sich die Welten verschoben. Die Wüstennomaden werden sesshaft, die arbeitenden Menschen in den westlichen Metropolen werden zunehmend zu Nomaden. Auch die Dämonen scheinen aus der Wüste in die Metropolen geflüchtet, da auch Gott in der Wüste nicht mehr gesucht , sondern in den Tempeln und Kathedralen der modernen Wirtschaftsunternehmen angebetet wird. James Hillman sagte einmal, man könne an den höchsten Bauwerken erkennen, welcher Gott im jeweiligen Zeitalter angebetet wird. Jürgen Kugele wird uns in diesem Vortrag als erfahrener Reisender durch innere und äußere Wüsten Möglichkeiten aufzeigen, wie wir gerade in den für das sinnsuchende Ich abschreckenden Seiten von Arbeit und Beruf, den Wüstenwelten von unsinniger und unproduktiver Arbeit, Stress, Angst, Belastung und allgemeiner Sinnkrise den Rahmen finden können, in dem unsere Seele individuieren, unser Geist „wirken“ und wir uns insgesamt lernend verwandeln können, um uns als Teil des Ganzen zu fühlen und um für die Welt segensreich wirken zu können. Das Gold der Alchemisten wird im Dreck gefunden, in den Schattenbereichen, im Abgründigen, nicht in der Komfort-Zone der Wohlstandsgesellschaft. Die Wüste ruft heute aus den Konzernen, Verwaltungen, Arbeitsämtern und Job-Centern.
Mi, 29.11.2006 – Pia Gyger
Jerusalem - Freie Stadt zum Erlernen des Friedens
Profil: Jahrgang 1940, Heilpädagogin, Psychologin (Dipl. IAP) und autorisierte Zenmeisterin. 1982 - 1994 war sie Zentralleiterin des Katharina-Werks. Seit 1999 ist sie autorisierte Zen-Meisterin der White Plum Shanga. 1986 gründete sie das „Projekt zur Begegnung der Weltreligionen“ und 1989 die „Schule zur spirituell-politischen Bewusstseinsbildung“ in Ibayo, einem Slum am Rande von Metro-Manila. 1992 initiierte sie eine Ausbildung zur spirituellen-politischen Bewusstseinsbildung „LaboRio 21“ für junge Menschen. Pia Gyger, gründete zusammen mit Niklaus Brantschen das Jerusalem-Projekt und im Jahre 1995 das Lassalle-Institut.
Abstract:Ohne Frieden in Jerusalem gibt es keinen Frieden im Nahen Osten. Ohne Frieden im Nahen Osten und ohne friedliches Miteinander der drei abrahamitischen Religionen gibt es keinen Frieden in der Welt. Dem Weltfrieden kommen wir näher, wenn Jerusalem die Weltgemeinschaft als eine internationale und offene Stadt zum Erlernen des Friedens empfangen darf. Frieden in der Stadt Jerusalem setzt voraus, dass die Geschichte und Religionen ihrer Völker anerkannt werden. Frieden in Jerusalem verlangt ebenso nach einer Zukunftsvision. Das Lassalle-Institut setzt sich in diesem Projekt dafür ein, dass in Jerusalem - entsprechend den prophetischen Verheissungen der drei abrahamitischen Religionen - ein offener Raum der Gewaltlosigkeit, der Friedensforschung und Friedenserziehung geschaffen wird. Die Umsetzung der Vision geschieht durch ein mehrdimensionales vernetztes Vorgehen: 1. Spirituelle Feldbildung 2. Arbeit in Jerusalem mit wichtigen Entscheidungsträgern, sowie Vertretern der drei abrahamitischen Religionen 3. Arbeit an der UNO in New York mit den Autoren der Roadmap 4. Regelmässige Konferenzen im Lassalle-Haus, Schweiz mit Teilnehmenden aus Israel und Palästina, sowie international am Thema Interessierten.
Mi, 13.12.2006 – Prof. Rolf Verres
Wir kommen täglich neu in die Welt
Profil: Jahrgang 1948, Professor Dr. med, Diplom-Psychologe, ist Facharzt für psychotherapeutische Medizin. Seit 1991 Ärztlicher Direktor der Abteilung für Psychotherapie und Medizinische Psychologie am Klinikum der Universität Heidelberg, Zentrum für Psychosoziale Medizin. Forschungsschwerpunkte: Subjektive Krankheitstheorien, Psychoonkologie, Gesundheitspsychologie, Analysen gesundheitsfördernder bzw. gesundheitsschädlicher Strukturen in Kliniken, Musiktherapie. Starkes Interesse an einer Integration ästhetischer und künstlerischer Anregungen zur Persönlichkeitsbildung angehender Ärzte in das Medizinstudium. Ehemaliger Vizepräsident des Europäischen Collegiums für Bewußtseinsstudien (ECBS). Nebenher ist er Pianist und Fotograf.
Abstract:Viele Alltagsroutinen und „Sachzwänge“ lenken uns vom Wesentlichen ab. Dies möchte ich anhand von Beispielen aus der Heilkunde beschreiben. Umso wichtiger ist es, sich klarzumachen, dass jeder Tag als ein Neubeginn des Lebens angesehen werden könnte. Dazu geben uns auch die Träume manchmal bedeutsame, wenn auch nicht immer leicht zu entschlüsselnde Hinweise. In die Welt kommen – aus der Welt gehen: diese Dialektik gilt nicht nur für das Geborenwerden und Sterben, sondern sie lässt sich auch als eine Hintergrundfolie nutzen, wenn es um die tägliche Weiterentwicklung von Lebenskunst geht. Wie Johann Wolfgang von Goethe im „West-östlichen Diwan“ sagte:
Und so lang du das nicht hast, dieses Stirb und Werde, bist du nur ein trüber Gast, auf der dunklen Erde.
Aus der Hypnotherapie wissen wir, dass Eintrübungen des Bewusstseins nicht grundsätzlich negativ zu bewerten sind. Aber das Klarsehen scheint sich im Allgemeinen doch noch besser bewährt zu haben.
Mi, 10. 1. 2007 – Ute Leube
Buddhistische Geschäftsführung - Herausforderung und Gradwanderung
Profil:Jahrgang 1951, 2 Kinder. Ausbildung zur medizinisch technische Assistentin und Grundstudium der Landwirtschaft mit dem Ziel Medizin. Reisen und Aufenthalte in USA und Asien sowie wachsendes Interesse an Buddhismus und Naturheilkunde haben das Medizinstudium in den Hintergrund gedrängt, zur Gründung eines Naturkostladens in München und zu Ausbildungen in Phytotherapie und Aromatherapie geführt. Die Begeisterung für ätherische Öle und die Entdeckung ihrer Möglichkeiten bezüglich der Bedürfnisse unserer Zeit (Heilung von Körper und Psyche, Öffnung für Spiritualität) war 1986 die Basis für die Firmengründung der heutigen PRIMAVERA LIFE GMBH. Seit 25 Jahren intensive Beschäftigung mit Tibetischem Buddhismus.
Abstract:Wir verbringen den wesentlichen Teil unserer kostbaren Lebenszeit im beruflichen Umfeld. Wenn mein Leben sinnvoll sein soll, dann hier und jetzt und nicht erst nach Arbeitsschluss. Die Firmenvision „Primavera - Ein Energiefeld von Duft, Licht und Lebensfreude“ bietet den Rahmen für geschäftliche und persönliche Entwicklung. Die Spielregeln des Marktes müssen beherrscht werden und gleichzeitig gehört es zu unserem Alltag, buddhistische Anleitungen zu praktizieren und zu integrieren. Themen wie ethisches Verhalten, Freigebigkeit, Geduld, Ausdauer, Sammlung und Weisheit sind in diesem Zusammenhang immer eine spannende Herausforderung, oft eine Gradwanderung, manchmal ein Widerspruch und grundsätzlich unser Weg zum Erfolg, wie wir ihn verstehen.
Do, 8. 2.2007 – Pater Willigis Jäger
Im Schweisse deines Angesichts: Die spirituelle Dimension der Arbeit
Profil: Willigis Jäger vertritt eine moderne und transkonfessionelle Spiritualität, die den spirituell Suchenden des 21. Jahrhunderts Antwort auf ihre drängenden Fragen gibt. Als Benediktiner und Zen-Meister ist er sowohl von der christlichen Mystik als auch dem östlichen Zen inspiriert und geht zugleich weit über die traditionellen Vorstellungen der Religionen hinaus. Seine Vision einer integralen Spiritualität vereint den großen Erfahrungsschatz der östlichen und westlichen Weisheit in sich bezieht zugleich neueste Erkenntnisse der Wissenschaften mit ein. Seit 2003 ist er spiritueller Leiter des Benediktushofes in Holzkirchen, einem Zentrum für spirituelle Wege. Willigis Jäger ist einer der großen Mystiker und spirituellen Lehrer unserer Zeit. In seinen weltweit gehaltenen Kursen und Vorträgen weist er Wege in eine tiefe spirituelle Erfahrung, die Quelle ist für eine echte Erneuerung auf allen menschlichen und gesellschaftlichen Ebenen. Weitere Informationen zu Arbeit von Pater Willigis Jäger: www.willigis-jaeger.de
Abstract: "Wenn du Menschen zum Schiffbau bewegen willst, musst du ihnen von der Weite und Schönheit des Meeres erzählen." Das Geheimnis des Erfolges ist die Begeisterung. Wir ahnen langsam, dass Arbeit sehr viel mehr ist als Broterwerb. Lebensstandart ist nicht Lebensqualität. Vielleicht müssen wir auf manches verzichten, um Dinge tun zu können, die uns Freude bereiten und Lebenssinn geben. Vielleicht begreifen wir dann auch, dass Arbeit letztlich Teilhabe an der Kreativität dieser Urwirklichkeit ist, die wir Gott nennen.
Mi, 28. 2.2007 – Dr. Bernd Schmid
Sinn durch die Passung von Mensch und Organisation
Profil: Jahrgang 1946, systemischer Berater, Lehrtrainer und Supervisor. Studium der Wirtschaftswissenschaften, Psychologie und Pädagogik. Verschiedene Ausbildungen im Bereich der Psychotherapie und Beratung von Einzelnen, Gruppen und Familien. Seit 1979 selbständig. Leitet das 1984 gegründete Institut für systemische Beratung. Zahlreiche Schriften im Bereich Weiterbildung, systemische Beratung, Transaktionsanalyse und Organisation.
Abstract:Die Anforderungen an Fachkönnen, an immer vielfältiger und anspruchsvoller werdende Rollen, an das oft gleichzeitige Mitwirken in verschiedensten Abläufen auf unterschiedlichen Bühnen steigen ständig. Wer sich in solchen komplexen Prozessen nicht "heimisch" fühlt, gerät in Dauer-Stress und kann der erwarteten 'Leistungsverdichtung' nicht aus der eigenen Mitte begegnen. Gerade deshalb entsteht geradezu die Notwendigkeit, dass die Funktionen in der Organisation zum eigenen Wesen und zu einem möglichen Lebensentwurf, zu den persönlichen Qualitäten und Inszenierungsstilen passen. Um dies beurteilen und sich darüber verständigen zu können, brauchen Individuen wie auch Organisationen eine andere Kultur der Betrachtung und des Austausches über Erfahrungen und Einschätzungen, in der z.B. intuitive Verfahren wie der Umgang mit sinnstiftenden Hintergrundsbildern einen Platz finden. Diese Gedanken werden an Beispielen aus Unternehmen erläutert und die Teilnehmer bekommen eine Gelegenheit zu einem Stück Selbstbefragung mit den erwähnten Methoden.
Mi, 21. 3.2007 – Rita Geimer-Schererz
Einfühlung vor Erziehung - Gewaltfreie Kommunikation im Schulsystem
Profil: Jahrgang 1951, Inhaberin des Beratungsunternehmens “dialog forum", Mörlenbach (gegründet 1993). Kommunikationsberaterin in mittelständischen Unternehmen, Verwaltungen und Bildungsinstitutionen, Coaching von Führungskräften und Teams, Mediation und Konfliktberatung am Arbeitsplatz, Seminare in Gewaltfreier Kommunikation. Ihre Arbeit basiert auf einer umfangreichen Aus- und Weiterbildung und über 25 Jahren Lehr-, Beratungs- und Moderationserfahrung in Schulen, Hochschulen, Volkshochschulen und anderen Bildungseinrichtungen, Verwaltungen und mittelständischen Unternehmen.
Abstract: Nährende Beziehungen werden von vielen Menschen als erfüllend und sinnstiftend erlebt. Die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg ist eine Lebenshaltung und Kommunikationsmethode, die dazu beiträgt, die Beziehung zu sich selbst und zu anderen Menschen bereichernd zu gestalten. Statt recht haben zu wollen, den anderen zu belehren und zu erziehen streben wir an, in eine tiefe und wertschätzende menschliche Verbindung zu kommen, indem wir ehrlich ausdrücken, was uns selbst wichtig ist und gleichzeitig einfühlsam zu berücksichtigen, was die andere Person braucht. Daraus erwächst mehr Freude in menschlichen Begegnungen, die die Lebensqualität aller Beteiligten erhöht und ein friedfertiges Miteinander fördert. Die Gewaltfreie Kommunikation bereichert nicht nur die Beziehung zwischen Schüler/innen und Lehrer/innen, sondern ist in allen menschlichen Erlebnisfeldern wirksam.
Mi, 18. 4.2007 - Beate Weber
Stadtpolitik und Ethik
Profil: Frau Beate Weber war von 1990 bis 2006 Oberbürgermeisterin von Heidelberg. Sie studierte an der Pädagogischen Hochschule und an der Universität Heidelberg und war von 1968-1979 war als Grund- und Hauptschullehrerin an der Internationalen Gesamtschule in Heidelberg tätig. Seit 1975 war sie Mitglied des Heidelberger Stadtrats (SPD-Fraktion bis 1985). Von 1979-1990 war sie Mitglied des Europäischen Parlaments (MdE), wo sie Vorsitzende des Ausschusses für Umweltfragen, Gesundheits- und Verbraucherschutz war. 1990 und 1998 wurde sie für jeweils acht Jahre zur Oberbürgermeisterin von Heidelberg gewählt; 2006 stellte sie sich nicht mehr für die Wahl zur Verfügung.
Mi, 23. 5.2007 – Prof. Karl-Heinz Brodbeck
Geld als kollektiver Schein
Profil: (Jahrgang 1948) ist Philosoph, Kreativitätsforscher, Ökonom und Wirtschaftsethiker. Er studierte Elektrotechnik in Augsburg, war als Ingenieur in der Industrie tätig, studierte dann an der Universität München Philosophie und Volkswirtschaftslehre, promovierte 1981 mit einer theoretischen Arbeit über technischen Wandel, war von 1981 bis 1988 Akademischer Rat an der Universität München, danach Dozent an der Hochschule für Politik und Mitarbeiter am Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung. Seit 1992 ist er Professor für Volkswirtschaftslehre, Statistik und Kreativitätstechniken an der Fachhochschule in Würzburg und Mitglied des Lehrkörpers der Hochschule für Politik in München.
Abstract:Die buddhistische Philosophie hat eine besondere Form der Logik entwickelt, die darauf abzielt, Täuschungen und Illusionen zu entzaubern, um – getragen von Mitgefühl – vielfältige Formen des Leidens zu mindern. Die Täuschung verkehrter Gedanken ist letztlich verantwortlich für ein Handeln, das Frustration, Armut, Gewalt usw. nach sich zieht. Es ist erstaunlich, wie wenig die Wirtschaftswissenschaften sich um das Phänomen der Täuschung gekümmert haben – obwohl alltäglich an den Börsen und in den Medien Illusionen geweckt, spekulative Gewinne gefeiert und anschließende Crashs, Krisen oder Preisschocks verzweifelt zur Kenntnis genommen werden. Am Tropf des illusionären Spiels der Geldmärkte hängt die globale Wirtschaft, die sich mit der Schande auseinanderzusetzen hat, dass Hunderttausende täglich verhungern und Milliarden Menschen ein elendes Leben an den Schranken des Marktes führen. Der Vortrag zeigt, wie sich diese Phänomene auf der Grundlage der buddhistischen Philosophie der Täuschung erklären lassen. Der kollektive Schein des Geldes entpuppt sich, ergriffen durch die Untugenden Gier und Hass, als illusionärer Grund jener Handlungen, die vermeintlichen Sachzwängen gehorchen. „Den Dingen geht der Geist voran“ – dieser Satz aus der ältesten buddhistischen Spruchsammlung dient als Motto zur kritischen Erhellung auch der Wirtschaftswissenschaft, die zur globalen Ideologie des Marktes geworden ist. Erst auf der Grundlage entzauberter Illusionen lassen sich sinnvolle Alternativen diskutieren.
Mi, 13. 6.07 – Dr. Karl-Martin Dietz
Dialogische Führung
Profil: Karl-Martin Dietz, geb. 1945 in Heidelberg, Studium der Klassischen Philologie, Germanistik und Philosophie, daneben auch der Wirtschaftswissenschaften, in Heidelberg, Tübingen und Rom. Promotion mit einer Arbeit über vorsokratische Philosophie. 1974 bis 1980 Lehrtätigkeit an der Universität Heidelberg. 1978 Begründung des Friedrich von Hardenberg Instituts für Kulturwissenschaften in Heidelberg zusammen mit Thomas Kracht. Im Rahmen des Instituts seit 1990 auch Seminare in Unternehmen und Organisationen zu Persönlichkeitsentwicklung, Selbstführung und zu Fragen der Zusammenarbeit. Seit 2003 Lehrauftrag an der Universität Karlsruhe zur "Dialogischen Führung".
Abstract: Im Zuge der Individualisierung ist ein neuer Individualismus im Entstehen. Mit ihm ändert sich auch die Grundlage für Eigenständigkeit der Einzelnen und Zusammenarbeit im Arbeitsleben. Seit ca. 15 Jahren wird in diesem Zusammenhang die von Thomas Kracht und Karl-Martin Dietz entworfene "Dialogische Führung" in Wirtschaftsunternehmen und Schulen realisiert. Im Wesentlichen geht es hier darum, - dem einzelnen Menschen die Entwicklung im Gesamtgeschehen zu ermöglichen, - den gegebenen Verhältnissen in ihrer Komplexität gewachsen zu sein, - geistige Impulse zu erzeugen und zu realisieren, - die eigenständigen Tätigkeiten der Einzelnen zu einem Ganzen zu verbinden. Der Vorgang ist ein doppelter: Das Individuelle durchdringt mehr und mehr die gemeinschaftlichen Vorgänge. Und das heißt zugleich: Es wächst an den gemeinschaftlichen Vorgängen. Wir beschreiben keine Anforderungsprofile, sondern begeben uns gemeinschaftlich ans Werk und ins Risiko. Wir erfinden nicht vorab Strukturen, die schon im Vorfeld festlegen würden. Wir gestalten konkrete Prozesse der Zusammenarbeit, aus denen sich nachträglich strukturelle Elemente ergeben können. Es handelt sich hier nicht um eine Führungstechnik, sondern um eine Unternehmenskultur, die auf die eigenständigen Beiträge der Einzelnen zählt.
- Literatur: Karl-Martin Dietz/Thomas Kracht, Dialogische Führung. Grundlagen - Praxis, 2. Auflage, Frankfurt/New York 2007
Mi, 4. 7.07 – Anna Matzenauer
Geiz ist out - Freigebigkeit macht Sinn
Profil: selbstständig als Trainerin, Systemische Beraterin und Coach (Institut für systemische Beratung/Wiesloch). Studium an der Universität Hamburg, M.A. Spanisch, Journalistik, Germanistik. Nach meiner Tätigkeit als PR-Referentin machte ich mich 1998 selbständig im Bereich Coaching, Training und Beratung mit den Schwerpunkten Kommunikation, Selbst- und Stressmanagement. Es folgten Fortbildungen in Hypnotherapie, Gewaltfreie Kommunikation, DIAOLG - Prozess Methode, Process Work nach Mindell. Seit 2005 Zusammenarbeit mit LotusConsult / Berlin und ab 2006 auch EBI/USA. Seit 17 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit buddhistischen Inhalten und Yoga.
Abstract: Schluss mit dem Raubtierkapitalismus! Das Werbe-Credo „Geiz ist geil!“ hat endgültig ausgedient, denn eine Art „guter Kapitalismus“, z. Bsp. in Form von Social Responsibility, hat den Siegeszug angetreten - so zumindest lautet der neueste Wirtschaftstrend. Wirkt hier raffinierte Marketingstrategie oder wird Ethik wirklich zum profitablen Geschäfts- und darüber hinaus Gesellschaftsmodell? Stehen wir an der Wende zum „Karma-Kapitalismus“ (Trendtag in HH 2007)? Möglicherweise. Denn, soviel hat sich gezeigt, die aktuellen globalen Herausforderungen lassen sich mit herkömmlichen Denkweisen nicht bewältigen. Der Bio-Boom zeigt: mit sozial-ökologischer Verantwortung, lässt sich Geld verdienen. „Sustainability“ – Nachhaltigkeit ist das Zauberwort. Im Sinne dieser braucht es eine Verankerung von großzügigem Denken. Warum? Wagen wir die These: Freigebigkeit und die Sorge um das Wohl anderer sind die Quelle persönlichen Glücks, aber auch gesamtwirtschaftlichen Erfolges. Ja, man könnte sogar noch weiter gehen und behaupten: Jeder Cent, jede Rupie, jeder Dollar, jeder Yen der gesamten Weltwirtschaft kommt von der Großzügigkeit anderen gegenüber. Und dabei meint Großzügigkeit weit weit mehr als das Verschenken materieller Güter, sondern mindestens ebenso das Geben von Weitsicht, Verständnis, Schutz, Liebe, oder Wissen/Weisheit. Dieses sinnvolle Geben geht mit einem klaren Verständnis von Ursache und Wirkung einher. Der Friedensnobelpreisträger M. Yunus hat es vorgemacht, Nachahmer sind in Sicht und folgendes Szenario dann schon in naher Zukunft möglich: Ein Hybridauto kostet nur noch soviel wie ein Opel Corsa, zu trinken gibt es Bionade statt Bluna und die Deutsche Bank verteilt Mikrokredite an Hartz IV Empfänger. Schön wär’s.
Mi, 26.9.07 – Dr. Klaus Hohr
Sinnvolles Arbeiten in einer globalisierten Welt
Profil: Dr. Klaus Hohr ist Leiter der Personalentwicklung der Heidelberger Druckmaschinen AG.
Abstract: Immer mehr Unternehmen und Arbeitsplätze bewegen sich in einem weltweiten Wirtschaftszusammenhang. Die erstellten Waren wandern in alle Welt. Eigenarten und Gesetzmäßigkeiten der Weltwirtschaft wirken zunehmend überall. Was bedeutet solch globales Wirtschaften für Unternehmen und deren Mitarbeiter? Welche Anforderungen und auch Herausforderungen entstehen daraus für Berufstätige? Wie kann mit solchen Anforderungen umgegangen werden, wie kann man sich darauf einstellen? Welche Lernwege gibt es, um sich auf heutige Berufe vorzubereiten - sowohl für diejenigen die solche Arbeitsplätze verantworten, als auch für diejenigen, die sich als Schüler oder Student dahin bewegen? Was bedeutet dies generell für ein sinnvolles Leben und Arbeiten? Diese Fragen werden im Vortrag und im Dialog mit dem Publikum erörtert.
Mi, 24.10.07 – Prof. Hermes Kick
Was ist Glück? Vom Menschenbild und der neuen Balance
Profil: Prof. Hermes Kick leitet das Institut für medizinische Ethik, Grundlagen und Methoden der Psychotherapie und Gesundheitskultur (IEPG) Mannheim. Er ist Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, Psychotherapie apl., Professor für Psychiatrie an der Universität Heidelberg sowie Mitglied der Akademie für Ethik in der Medizin Göttingen. Neben zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen zum Problemkreis der klinischen Psychiatrie und Rehabilitation von Psychosen setzte er sich in den letzten Jahren verstärkt auf der Grundlage eines anthropologischen Ansatzes mit ethischen Aspekten des therapeutischen Prozesses auseinander. Des weiteren beschäftigte er sich klinisch mit der Integration unterschiedlicher Therapieverfahren in Gesamtkonzepte.
Abstract: Zahlreich sind die Antworten, so zahlreich möglicherweise wie die Menschen selbst. Jeder hat seine Vorstellungen dazu und womöglich seine Glückskonzepte. Wo nicht, sind in einer Zeit allgemeiner gesellschaftlicher Desorientierung Heilslehren nicht weit. Zu ihnen gehören häufig die in Massenmedien und in der Presse verbreiteten Klischees bezüglich neuartigen Glückserlebens auf den klassischen Feldern in Sexualität und Liebe, Beruf und Karriere, sozialem Erfolg und Einfluss, und in neuerer Zeit vermehrt in mystischer, spiritualistischer Überhöhung. Extremvarianten lassen sich allemal leichter vermarkten als tastendes Suchen nach lebbaren Synthesen. Die Ratgeber-Literatur ist unübersehbar. Dahinter steht die Frage "Wie soll ich leben?" Geht es um eine Entdeckung von Vorhandenem oder um die Gestaltung von Neuem? Hat Glück also etwas mit absichtsvoller Verwirklichung eines Wunsches zu tun oder besteht wahres Glück eben im Verzicht, der das Leiden an dem, was mangelt, beendet. Hat Glück etwas mit greifbarem Sinn zu tun dem Sinn des Lebens gar?
14.11.07 Andrea Ebbecke-Nohlen
Work-Life-Balance - Spielräume systemischen Coachings
Profil: Andrea Ebbecke-Nohlen, geb.1950, Diplom Psychologin, Studium der Sprachen und der Politischen Wissenschaft. Sie arbeitet als Psychologische Psychotherapeutin und ist 1. Vorsitzende des Helm Stierlin Instituts, Lehrtherapeutin des Helm Stierlin Instituts (hsi) und der Systemischen Gesellschaft (SG) sowie lehrende Supervisorin und Coach an beiden Instituten. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind systemische Einzel- Paar- und Familientherapie, Supervision, Coaching und Beratung.
Abstract: Menschen fühlen sich hinsichtlich der Frage nach dem Sinn des Lebens oft hin und her gerissen. Einige setzen auf die Arbeit und gehen darin auf, andere sehen im beruflichen Erfolg nicht ihre alleinige Erfüllung. Für sie stehen Familie und andere Lebensbereiche im Vordergrund. Besondere Herausforderungen ergeben sich immer dann, wenn verschiedene Bedürfnisse und Wertvorstellungen unter einen Hut gebracht und berufliches sowie privates Leben miteinander vereinbart werden sollen. Dann sind kreative Lösungen gewünscht. Um geeignete Lösungswege zu finden, wird dann oft ein Coaching nachgefragt. Wie die verschiedenen Bereiche Arbeit, Körper/Gesundheit, Familie/Freundeskreis und der Lebensbereich Sinn aufeinander abgestimmt werden können, dafür werden im Coaching passende Antworten gesucht. Der Ansatz der Work-Life-Balance bietet den Rahmen, in welchem in diesem Vortrag systemisches Coaching lösungs- und ressourcenorientiert vorgestellt wird. Es geht darum, persönliche Interaktionsmuster an der Schnittstelle von Beruflichem und Privatem von verschiedenen Seiten zu betrachten und mit ihnen so zu spielen, dass es Spaß macht auch wenn das Spiel gleichzeitig doch ein ernstes ist. Welche Prioritäten setzen Menschen in ihrem Leben und wie verteilen sie ihre Lebenszeit auf die einzelnen Bereiche? Anhand verschiedener kreativer Methoden werden alte Muster und neue Visionen sichtbar und Handlungsspielräume erweitert.
12.12.07 Prof. Gerald Hüther
Profil: Prof. Dr. Gerald Hüther ist Neurobiologe und leitet die Zentralstelle für Neurobiologische Präventionsforschung der Psychiatrischen Klinik der Universität Göttingen und des Instituts für Public Health der Universität Mannheim/Heidelberg. Wissenschaftlich befaßt er sich mit dem Einfluß früher Erfahrungen auf die Hirnentwicklung, mit den Auswirkungen von Angst und Stress und der Bedeutung emotionaler Reaktionen. Er ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und populärwissenschaftlicher Darstellungen (Sachbuchautor).
Abstract: Nur der Mensch ist dank seines lernfähigen Gehirns in der Lage, auch solche Vorstellungen zu entwickeln und in reale Lebenspraxis umzusetzen, die sein eigenes Überleben gefährden und die Entfaltung seiner eigenen Potentiale in Frage stellen. Aus neurowissenschaftlicher Sicht werden die kurz- und langfristigen Folgen der fragwürdigen Vorstellung untersucht, dass es sich bei der Ausübung eines Berufes, also bei der Arbeit primär um eine Erwerbstätigkeit handelt. Dabei geht es nicht nur um die Gehirne derjenigen, die auf diese Weise die Entfaltung ihrer eigenen frontocortikalen Konnektivität behindern, sondern auch um die Gehirne derjenigen, die durch die transgenerationale Weitergabe dieser Vorstellungen ebenfalls an der Entfaltung ihrer psychoemotionalen Potentiale gehindert werden.
Andreas Petermann & Renate Tietze - Vallesanta Corde
Es muss doch im Leben mehr als alles geben
Profil: Musiker, Inhaber des Ortes kultureller Begegnung Doccione, Italien. Das Quartett VallesantaCorde feiert Folklore-Musik und nimmt dabei seinem Publikum den Atem. Die aus Berlin nach Italien migrierten Musiker kombinieren das Feuer der Balkanmusik mit dem Stolz und der Sehnsucht des Tango, die Spielfreude des Klezmer mit der Leichtigkeit des Swing. Halsbrecherische Verfolgungsjagden von Gitarre und Geige werden im letzten Moment gezügelt und verschmelzen wieder mit dem Fundament von Bass und Percussion. Die vor Lebensfreude übersprudelnden Melodien und energiegeladenen Rhythmen weichen melancholischen Klangbildern, um überraschend auf ein neues auszubrechen. Mitreißende Klänge, die durch Mark und Tanzbein gehen! Eintritt: 15,-/10,-
Mi, 26.11. Ulrike Greenway
Karriere und Seelenbewegung - Das Leben in ein Gedicht verwandeln
Profil: Von 1989 bis 1995 lebte sie in den USA. Dort hatte sie Gelegenheit, sich intensiv mit Philosophie und Psychologie zu beschäftigen und Zen-Buddhismus in Theorie und Praxis zu studieren. Nach ihrer Rückkehr ist sie engagiert in der Begabtenförderung, der Zusammenarbeit mit Stiftungen und in der Lehrerfortbildung. Seit 2004 arbeitet sie in Donaueschingen an der Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen.
10.12.08 Alfred Hinz
Das Feuer der Bildung - Schule ist Stätte der Menschwerdung, was sonst?
Profil: Alfred Hinz ehemaliger Schulleiter der Bodensee-Schule St. Martin in Friedrichshafen (die größte Ganztagesschule in Baden-Württemberg) ist Mitbegründer und Mitautor des Marchtaler Plans, eines Erziehungs- und Bildungskonzepts, welches sich u.a. durch die Grundelemente Morgenkreis, Freie Stillarbeit, vernetzter Unterricht und den Fachunterricht auszeichnet.
Abstract: Schule neu denken“ – das ist das Gebot der Stunde. Schule muss Stätte der Personwerdung sein, sie muss einen Lebensraum darstellen, der pulsiert, weil er rhythmisiert ist und dadurch, dass er reformpädagogischen Forderungen nach ganzheitlicher Bildung und Erziehung gerecht wird. Die Belehrungsschule des 19. Jhrdts.muss sich zur Schule als Lern- und Lebensraum im 21. Jhrdt. wandeln. Kognitive Angebote werden von ästhetischen, emotionalen und handwerklichen Angeboten abgelöst. Soziale Kompetenzen werden ernsthaft eingefordert und auch eingeübt. Schließlich sollen Formen demokratischen Tuns vorsichtig und schülergerecht geübt werden. Über allem steht aber die Auffassung: „Gut, dass Du da bist. Auf Dich kommt es an und es lohnt sich für Dich, dass Du erwachsen wirst.
Mi, 21.1.09 Peter Spiegel
Social Business - die Revolution der Wirtschaft zum Dienst an der Menschheit
Profil: Peter Spiegel Seit 2006 Generalsekretär des Global Economic Network. Initiator und Leiter des „Vision Summit 2007“ sowie Leiter des geplanten „Vision Summit 2008“. Konzeption und Realisierung des „Vision Award“, erstmals im Juni 2007 vergeben an Muhammad Yunus, James Mwangi, Götz W. Werner, Eduardo Suplicy, Franz Josef Radermacher usf.
18.2.09 Wolfgang Nešković
Unterwegs in Sachen Gerechtigkeit - aufrechter Gang auf glattem Parkett
Profil: Geboren am 03.06.1948, verheiratet, zwei Kinder. 2002-2005 Richter am Bundesgerichtshof, seit 18.10.2005 Mitglied des Deutschen Bundestages, gewählt über die Landesliste Brandenburg. Mitglied Bündnis 90 / Die Grünen von 1995 bis 2005, seit 2005 parteilos. Landesvorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft Demokratie und Recht; Mitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft Demokratie und Recht
18.3.09 Prof. Klaus Dörner
Leben und Sterben, wo ich hingehöre
Profil: Professor Dr. med. Dr. phil. Klaus Dörner in Duisburg gilt als einer der profiliertesten Vertreter der deutschen Sozialpsychiatrie. Er studierte Medizin, Soziologie und Geschichte, habilitierte an der Psychiatrischen Universitätsklinik Hamburg. Von 1980 bis 1996 war er ärztlicher Leiter der Westfälischen Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Neurologie in Gütersloh. An der Universität Witten/Herdecke lehrte er Psychiatrie.
Abstract: Klaus Dörner mischt sich auch mit 74 unerschrocken ein, wenn es um wesentliche Themen des Gemeinwesens geht. Seit seinem wegweisenden Buch „Irren ist menschlich“ engagiert er sich seit vielen Jahrzehnten als Sozialpsychiater und als Bürger für Menschen, die aus unterschiedlichsten Gründen auf Unterstützung angewiesen sind und setzt hier auf seine Grundüberzeugung: Es gibt Hilfsbedürftige und Helfensbedürftige – und es braucht Lebensformen, die diesem gegenseitigen Aufeinanderangewiesensein Würde und Sinnhaftigkeit verleihen. In seinem neuesten Buch „ Leben und Sterben, wo ich hingehöre“ spricht er ganz sicherlich eine tiefe Sehnsucht vieler Menschen an, die schon die Beatles 1966 besungen haben... Will you still need me will you still feed me when I am 64…? Wenn Sie Lust auf unbequeme Fragen und ermutigende Geschichten haben, sind Sie an diesem Abend richtig.
13.5. Kaija Landsberg
Teach first - Führungskräfte von morgen lehren in den Schulen von heute – wie Chancengerechtigkeit Realität wird
Profil: Kaija Landsberg ist Gründerin und Geschäftsführerin von Teach First Deutschland. Sie leitet den Aufbau der Organisation und ist verantwortlich für die Außenrepräsentation. Überzeugt von der Möglichkeit, Begeisterung für Bildung auch unter Absolventen in Deutschland entfachen zu können, gründete sie gemeinsam mit ihrem Kommilitonen Michael Okrob das gemeinnützige Unternehmen Teach First Deutschland.
Abstract: In kaum einem anderen Industrieland bestimmt die soziale Herkunft den Bildungserfolg eines Kindes so stark wie in Deutschland. Dazu werden persönlich und fachlich herausragende Absolventen als Lehrkräfte auf Zeit ("Fellows") für einen zweijährigen Einsatz an Schulen in sozialen Brennpunkten gewonnen. Das Ziel für den zweijährigen Einsatz: Die Fellows motivieren die Schüler als junge Vorbilder und befähigen sie zu besseren Leistungen. Mit Leidenschaft, Talent und vielfältigen Erfahrungen bereichern sie die Schulen. Auf lange Sicht werden sich ehemalige Fellows aus führenden Positionen im Bildungswesen, in der Politik, Wirtschaft oder Zivilgesellschaft weiter zugunsten benachteiligter Schüler einsetzen und als zukünftige Entscheider zur Veränderung des Bildungssystems beitragen.
24.6. 09 Johannes Pfister
Think Camp - Entrepreneure der Zukunft
Profil: Johannes Pfister (MBA Emory University, Atlanta U.S.A.) ist Vorstand der InterQuality Service AG und seit dreißig Jahren als Unternehmensberater und Trainer auf den Gebieten Führungskräfteentwicklung, System-, Produkt-, und Prozess Innovationen tätig. Als EFQM Assessor und Six Sigma Master Black Belt hat er viele Unternehmen beraten und Projekte in Europa, Asien, Amerika und Afrika durchgeführt. Er ist Gründer der ThinkCamp Initiative und Aktivist beim Global Marshall Plan, Forum Interkulturelles Lernen und Leben, Change the Game, JCI, ASQ, ETRIA, European Japan Center, der Landeskirchlichen Gemeinschaft und der Coalition of the Global Commons. Er hat drei Kinder, liebt Theater, Wandern und das Gespräch mit Menschen.
Abstract: Wir wissen es alle: Die Bildungslandschaft lässt sich nicht von heute auf morgen verändern. Trotzdem braucht es eine andere Form der Bildung, wenn wir die großen Herausforderungen unserer Zeit bewältigen wollen. Aus diesem Grund hat der Augsburger Unternehmensberater Johannes Pfister ThinkCamp ins Leben gerufen: Ein internationales Netzwerk für „Eco-Social Entrepreneurship", in dem junge Führungskräfte von morgen, Unternehmensgründerinnen und -gründer sowie Global Business Leader gemeinsam Wissen, kreative Methoden und soziale Kompetenzen erwerben, entwickeln und in Projekten umsetzen. ThinkCamp hat sich zum Ziel gesetzt, Nachhaltigkeit und Social Business, ganz im Sinne von Muhammad Yunus und Peter Spiegel, für junge Menschen zugänglich zu machen. Die Kernkompetenzen sind neben Fachwissen, Methoden- und Führungskompetenz, vor allem soziale Verantwortung, Persönlichkeits- und Herzensbildung. So können junge Menschen bei ThinkCamp beim Summercamp erste Erfahrungen in Sachen kreatives Querdenken, Nachhaltigkeit, systemische Sichtweisen und innovatives Lernen mit anderen jungen Menschen sammeln. Ein sinnvoller und dringend notwendiger Ansatz! Oder um es mit den Worten von G. B. Shaw zu sagen: „Wir brauchen dringend einige Verrückte. Guckt Euch an, wo uns die Normalen hingebracht haben“.Infos: www.thinkcamp.eu.
22.7. 09 Rosi Gollmann
Eine bessere Welt ist möglich!
Profil: Rosi Gollmann studierte Theologie, und als Religionslehrerin in Bonner und Kölner Berufs- und Berufsfachschulen war für sie die christliche Religion und ihre Verkündung immer eine Sache der Tat. Eine Reise in das indische Dorf Andheri im Jahre 1961 gab ihrem Leben die totale Wende. Sie machte auf Not dort und Verantwortlichkeit hier aufmerksam, sammelte Gelder und scharte Gleichgesinnte um sich. So kam es 1967 zur Gründung der Andheri-Hilfe e. V.. Hauptziel war zu Anfang die Sicherung der täglichen Handvoll Reis für die etwa 800 Kinder in diesem St. Catherine's Home zu Andheri. Heute sind es fast 500 Projekte, die von der Andheri-Hilfe Bonn e.V. gefördert werden. Ziel ist nie die Vergabe von Almosen, sondern es geht immer um Hilfe zur Selbsthilfe durch inten- sive Einbindung der Betroffenen selbst: in Form von Bewusstseinsbildung, durch Motivation und Organisation auf dem Weg zur eigenen nachhaltigen Entwicklung. ”Der Mensch kann nicht entwickelt werden; er kann sich nur selbst entwickeln!“ war immer Rosi Gollmanns Devise.
Abstract: Eine bessere Welt ist möglich! Davon ist Rosi Gollmann überzeugt und um diese Vision in die Tat umzusetzen gründete sie die Andheri-Hilfe Bonn e.V. Sie setzt sich ein, wo immer möglich, sie mischt sich ein, wo immer nötig - und das auch noch mit 82 Jahren. In den Medien ist sie keine Unbekannte, im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit sucht man ihren Rat. Was sie durch ihren unermüdlichen Einsatz in nunmehr 50 Jahren erreicht hat, davon können Sie an diesem Abend im Interview erfahren. Und darüber hinaus wird für Ihre eigenen Fragen genügend Raum gegeben sein. Sind Sie neugierig darauf, wie man - umgeben von verschiedensten drohenden Krisen - immer noch daran glauben kann: "Eine bessere Welt ist möglich" (gleichnamiger Titel des Buches von Franz Alt, Rosi Gollmann und Rupert Neudeck).
21.10.09 Gabriele Fischer, Gründerin “Brand eins”
"Arbeitest Du mehr als vorher? Ja, aber ich merke es nicht" - Berichte aus einer Arbeitswelt, in der die Sache zählt, nicht die Zeit
Profil: Gabriele Fischer (Jahrgang 1953) ist Gründerin und Chefredakteurin des Wirtschaftsmagazins brand eins. Sie hat Politik und Soziologie studiert und landete nach diversen Umwegen im Wirtschaftsjournalismus. Zehn Jahre arbeitete sie für das Manager Magazin, zuletzt als stellvertretende Chefredakteurin. 1998 entwickelte sie das Tochtermagazin Econy. Im September 1999 gründete sie zusammen mit privaten Investoren und dem ehemaligen Econy-Team das Wirtschaftsmagazin brand eins, das heute in der unabhängigen brand eins Medien AG monatlich in einer Auflage von 90.000 erscheint.
25.11.09 „Keine Angst vor großen Gefühlen?“
Was Theater und Therapie bewegen können
Jörg Tröger im Gespräch mit: Peter Spuhler, Intendant Theater und Philharmonisches Orchester, Heidelberg Barbara Brink, Psychologische Psychotherapeutin, Heidelberg Prof. Jonas Grethlein, Ordinarius für Griechische Literaturwissenschaft, Universität Heidelberg Prof. Jochen Hörisch, Ordinarius für neuere deutsche Literatur und Medienanalyse, Universität Mannheim Christian Verhoeven, Theaterpädagoge , PH Heidelberg mit
Vorhang auf: Dieser Abend könnte interessant werden für alle, die sich für das Zusammenspiel von Theater und Psychologie interessieren. Der Journalist Jörg Tröger, vielen durch seine langjährige Mitarbeit in der SWR2- Kultur-Redaktion bekannt, wird im Gespräch mit seinen Gästen u.a. der Frage nach gehen, wie aktuell die Idee von der kathartischen Wirkung des Theaters im alten Griechenland heute noch ist. Welchen Raum hat die Seele und haben Emotionen im Theater? Was bedeutet es, dass szenische Inszenierungen, Aufstellungen etc. inzwischen einen festen Platz auf den Bühnen der Psychotherapie gefunden haben?
9.12.09 Prof. Joachim Bauer
Wie das Leben überleben konnte: Biosysteme als Akteure der Evolution
Die Bedeutung dessen, was über Gene erzählt wird, reicht weit über die Fachgrenzen hinaus. "Das egoistische Gen", Megaseller des britischen Soziobiologen Richard Dawkins, definiert Organismen als von ihren Genen gebaute "Maschinen" (so wörtlich), die nach dem unbewussten Auftrag handeln, die eigenen Gene maximal in der Biosphäre zu verbreiten. Solche Modelle eigneten sich hervorragend zur pseudowissenschaftlichen Begründung des derzeit weltweit herrschenden Wirtschaftssystems. Nicht nur das Konzept "egoistischer" Gene, auch weitere darwinische Annahmen sind aufgrund neuester Erkenntnisse nicht mehr haltbar. Zwar bleibt die Abstammungslehre des großen Aufklärers Darwin unumstößlich, andere bis heute aufrecht erhaltene darwinische Dogmen haben sich jedoch als falsch erwiesen. Insbesondere die Annahme, Veränderungen des biologischen Materials entlang der Evolution seien ein rein zufallsgesteuerter Prozess gewesen (lediglich die Auslese habe sozusagen "gesteuert"), erweist sich als eindeutig falsch. Biosysteme sind in der Lage, ihren genetischen Apparat nach eigenen, in ihnen selbst liegenden Regeln schubartig umzubauen. Solche Umbauschübe waren die Reaktion auf schwere, das Leben als Ganzes bedrohende ökologische Stressoren. Zugleich waren sie die entscheidende Voraussetzung für die Entstehung neuer Arten. Die Botschaft lautet: Lebewesen mitsamt ihren Genen sind keine steuerlos auf dem Fluss der Erdgeschichte treibenden Objekte, sondern Akteure der Evolution. Als deren Grundprinzipien erweisen sich Kooperation, Kommunikation und Kreativität.
29.9.10 Volker Biesenbender
Aufforderung zum Tanz - Improvisation als Beruf
Wie die meisten Menschen, die in ihrer Kindheit Instrumentalunterricht hatten, lernte Volker Biesenbender das Violinspiel auf eine traditionell formalistische, am Bild vom menschlichen Körper als (mehr oder weniger) präzisen Uhrwerk ausgerichteten Weise. Die Begegnung mit anderen Musikstilen, den Lerntraditionen anderer Völker und vor allem die Auseinandersetzung mit der musikalischen Improvisation erschloss ihm nach seinem Studium eînen weiteren Zugang zum Musizieren, den er in zahlreichen Beiträgen für internationale Fachzeitschriften und in zwei vieldiskutierten Büchern ("Von der unerträglichen Leichtigkeit des Instrumentalspiels" und "Aufforderung zum Tanz", beide Nepomuk-Verlag Aarau) beschrieb. Für Biesenbender zeigten sich in der Beschäftigung mit dem Thema Improvisation Parallelen zu allgemeineren Bestrebungen von heute, die die wichtige ergänzende Funktion improvisierenden und nichtlinearen Lernens, des "Lassens", Zulassens und ganzheitlich sich von selbst Ordnens beschreiben. Volker Biesenbender ist u.a. Dozent für Improvisation an der Zürcher Hochschule der Künste und sieht neben seiner Tätigkeit als klassischer Konzertgeiger eine wichtige Aufgabe darin, sich um musikalische, organisatorische und gesellschaftliche Zusammenhänge zu bemühen, in denen die Energie des lebendigen Hier und Jetzt überzeugend realisiert wird.
Der Abend wird neben einem Vortragsteil auch einen musikalischen Teil bieten.
20.10.10 Peter Spiegel
Social Business - Sei die Veränderung, die du in der Welt sehen willst
Peter Spiegel Seit 2006 Generalsekretär des Global Economic Network. Initiator und Leiter des „Vision Summit”. Konzeption und Realisierung des „Vision Award“, erstmals im Juni 2007 vergeben an Muhammad Yunus, James Mwangi, Götz W. Werner, Eduardo Suplicy, Franz Josef Radermacher u.a.
Thema: Nie war es so leicht, wirkungsvoller Veränderer für eine bessere Welt zu werden - Ein kleines Feuerwerk konkreter Impulse. Seit Mahatma Gandhi den Gedanken in die Welt trug "Sei du die Veränderung, die du in der Welt sehen willst" entstand weltweit eine beachtenswert starke Zivilgesellschaft. Seit Muhammad Yunus seit drei Jahren die weitere Idee von "Social Business" verbreitet, erkennen immer mehr Menschen, wie sie selbst noch viel stärker zu echten Changemakern werden können. Peter Spiegel schob die neue Social-Business-Bewegung maßgeblich im deutschsprachigen Raum mit an als Leiter des Genisis Instituts und des Vision Summit. Seither entstand ein sehr kraftvolles Netzwerk an Changemakern, die zwei Ziele verfolgen: eine Gründerwelle von "Social Entrepreneurs" auslösen, die das breite Spektrum sozialer und ökologischer Herausforderungen auf innovative Weise lösen wollen, und eine richtig breite neue soziale BE-THE-CHANGE-Bewegung aufbauen, die alle Menschen zu immer wirkungsvolleren Changemakern macht. Hierzu öffnet Peter Spiegel in einer Kombination aus Vortrag und Workshop einen weite Fächer an konkreten Handlungsoptionen für jeden einzelnen.
3.11.10 Dr. Harald Pfeiffer, Klavier: Prof. Rolf Verres
Hommage an Albert Schweitzer zum 45. Todestag.
Im Rahmen unserer Vortragsreihe „mission possible – Wandel in der Welt“ möchten wir auch einmal zurückblicken und an Albert Schweitzer erinnern, der als Arzt, Musiker und Entwicklungshelfer eine enorme politische Wirkung hatte. In unserer Soirée wollen wir anhand autobiographischer Zitate den Werdegang von Albert Schweitzer als Arzt, als Musiker und Philosoph nachzeichnen. Vom Harmoniumspiel in der Schule und vom Klavierunterricht bei Eugen Münch kam er zur Musik von Johann Sebastian Bach. Eine Geschichte vom Vogelschießen wurde zum Schlüsselerlebnis für die Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben. Seine Zeit in Lambarene war voller Dramatik. Auf seinen Reisen und Konzerten trat er mal als Arzt, mal als Musiker auf, und uns interessiert besonders die Frage, wie er diese beiden Identitäten miteinander zu verbinden versuchte.
10.11.10 Bernhard Glassman Roshi
- Bearing Witness to the Oneness of Life - Zeuge sein für die Einheit des Lebens
Bernard "Bernie" Tetsugen Glassman Roshi gilt als als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Zen-Meister des Westens. Kaum ein Nicht-Japaner genoss eine derart umfangreiche Zen-Schulung wie Glassman Roshi. Er lernte unter Yasutani Roshi, Koryu Roshi und Meazumi Roshi, dessen erster Dharmanachfolger er wurde. Wenngleich er aus einer traditionellen Soto-Schule kam, so studierte er dennoch mit seinen Lehrern Koan-Praxis und Rinzai-Tradition. Glassman entwickelte den "sozial engagierten Buddhismus“ auf der Grundlage des traditionellen Zen, eine spirituelle Praxis, deren wesentliches Element soziales Engagement ist. Glassman Roshi rief damit eine der kreativsten Richtungen im westlichen Buddhismus ins Leben, die sowohl aktiv ist in der Unterstützung weltweiter Friedensarbeit als auch neue Wege des spirituellen Praktizierens entwickelte. Er gründete eine Vielzahl spirituell ausgerichteter, sozialer Projekte und Unternehmen, wie die Greyston Foundation, ein Hilfswerks für Obdachlose und HIV-Infizierte und den Internationalen Zen Peacemaker Kreis. (www.zenpeacemakers.org, www.peacemaker-gemeinschaft.de). Glassman Roshi schrieb unter anderen die Bücher "Anleitungen für den Koch - Lebensentwurf eines Zen-Meisters", "Zeugnis ablegen" und "Das Herz der Vollendung". Er lebt in Montague-Massachusetts/USA.
15.12.10 David Schubert
Das Internet - Katalysator gesellschaftlicher Entwicklung oder Standardisierungsmaschine?
Das Internet ist wohl am ehesten ein Möglichkeitsraum - Informationsbereitsteller und Chaosproduzent, gelebte Basisdemokratie und Großkonzernherrschaft, die neue Weite des Horizonts und die neue Enge von privaten Räumen. Das Internet ist Medienthema - aber wirklich revolutionär wirkt es nicht: Es hat sich in unseren Alltag so unauffällig und nahtlos eingepasst, dass man die Veränderungen glatt übersieht, die es mit sich bringt. Über das Internet als Veränderungsmaschine wird es an diesem Abend gehen - Veränderung von Menschen, von Kommunikationskulturen, von Gesellschaften. Und über die Möglichkeiten, das Internet als Agent des Gesellschaftswandels zu nutzen (die Risiken werden dabei nicht verschwiegen). Ziel wird nicht sein, ein vollständiges Bild davon zu zeichnen, was das Internet ist. - Aber die Neugier zu schärfen und ein paar Diskussionsanregungen zu geben, als was man es sehen und wohin man es entwickeln könnte. Vermutlich kann man vorwegnehmen: Es gibt sie, die Potenziale. Und die Fallstricke, die gibt es auch.
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